Der Anfang vom Ende der Frauenrechte in Afghanistan?

Burka-bekleidete Frauen in Qala-e-Biwaha, Afghanistan, im Dezember 2020. Bildnachweis: Jim Huylebroek für The New York Times.

Die Taliban haben das Frauenministerium geschlossen. Das Gebäude ist heute Sitz der Religionspolizei.

Die Taliban sind die Gruppe, die vor zwei Jahrzehnten die strenge Scharia durchgesetzt hat. Die Behörden haben das Gebäude geschlossen. Sie weigerten sich, die dort arbeitenden Frauen wieder einzulassen und ihre Habseligkeiten abzuholen.

Dieser Akt ist keine Überraschung. Die Taliban nahmen keine Frauen in die neue Regierung auf. Es gab keine Ernennung einer Person, die die Angelegenheiten der Frauen beaufsichtigte.

Frauen haben unter der amerikanischen Besetzung Afghanistans große Gewinne gemacht. Die Gesundheits-, Alphabetisierungs- und Beschäftigungsquoten von Frauen stiegen alle. Die meisten Afghanen unterstützten das Recht der Frauen, außer Haus zu arbeiten. Missbrauchte Frauen erhielten Hilfe und Unterkunft. Frauen liefen für und ihr öffentliches Amt. Schließlich hatten Frauen eine gewisse politische Macht.

Was können afghanische Frauen in Zukunft erwarten? Dies geschah vor Jahren unter der Kontrolle der Taliban. Polizisten schlugen und peitschten Frauen, die ihre Häuser ohne Ganzkörperbedeckung oder ohne männliche Eskorte verließen. Sie verbannten Mädchen nach der Grundschule von den Schulen. Frauen konnten keine Arbeit suchen. Unverheiratete Paare riskierten den Tod durch Steinigung wegen Ehebruchs.

Das neue Regime macht den Frauen Angst. Es trennt Männer und Frauen im öffentlichen Raum. Die Ministerin sagte, dass Frauen weiterhin studieren könnten. Aber nur in von Männern getrennten Klassenzimmern und nur in islamischer Kleidung.

Taliban-Mitglieder haben in Kabul und anderen Städten Frauen geschlagen, die für ihre Rechte demonstriert haben.

Menschenrechtsgruppen sorgen sich um die Schritte der Taliban. Den Überblick zu behalten, was die Taliban tun, ist nicht einfach.

Das ehemalige Gebäude für Frauenangelegenheiten befand sich in einem liberalen Viertel der Stadt Kabul. Das Gebäude beherbergte Cafés und ein Einkaufszentrum. Es gab einen Knockoff-Apple-Store. Die Restaurants reichten von Fast-Food-Ketten bis hin zu High-End-Steakhäusern.

Über dem Gebäude weht nun eine weiße Taliban-Flagge. Taliban-Sicherheitskräfte halten Wache. Die Wände rund um das Gebäude sind mit Wandmalereien und Schildern versehen, die Frauen unterstützen. Die Leute haben einige der Wandbilder verunstaltet.

Können die Taliban zu ihrer harten Art zurückkehren und Hilfe vom Westen erwarten? Das Land hat Wasserprobleme. Es geht das Essen aus. Die Wirtschaft liegt in Trümmern.

Zwanzig Jahre amerikanische Besatzung endete im Chaos in Afghanistan. Die Frauen stehen vor einer unbekannten Zukunft. Wird sich Amerika nun anderen Interessen zuwenden? Die ersten Anzeichen aus Amerika sind nicht vielversprechend.

Quelle: New York Times 17.09.2021

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